
Trotz werden die meisten von Euch wahrscheinlich mit Kindern in Verbindung bringen. Die Trotzphase eines 3jährigen Kindes was sich im Eingangsbereich eines Möbelhauses auf den Boden wirft und herzerweichend weint, weil es doch unbedingt jetzt sofort einen bestimmten Einkaufswagen will, der gerade nicht zur Verfügung steht.
Wut, Angst, Trauer, Enttäuschung, Eigensinn.
Worum geht es?
Darum den eigen Willen zu erfahren
Um den Umgang mit noch unbekannten Gefühlen.
Um den Umgang mit Frustration.
Es geht darum zu lernen selbstbestimmt und selbstbewusst durch's Leben gehen zu können.
Darum die Welt allein entdecken zu können.
Und viele, heute Erwachsene, haben diese Phase nicht gelebt. Trotz war verboten, wurde bestraft: Mit Liebesentzug, mit Schlägen, mit beschämt werden, mit auslachen, etc.
Das hat zur Folge, dass sich der Trotz auch später, wenn wir längst erwachsen sind zu Wort meldet.
Etwas läuft nicht so wie Du es Dir vorgestellt hast.
Du hast vielleicht das Gefühl andere sind besser, bekommen die Aufmerksamkeit, die eigentlich Dir zusteht.
Du wirst traurig, wütend, bist enttäuscht, fühlst Dich ungerecht behandelt.
Und was folgt darauf?
Rückzug, Aufgeben, Selbstkritik?
oder
Energie aufwenden, um Strategien zu lernen Aufmerksamkeit zu bekommen, Selbstoptimierung?
Dahinter das Gefühl von Trotz zu identifizieren kann ein erster Schritt sein aus alten Mustern auszusteigen.
Dazu gehört, Dir den Trotz zuzugestehen, ihn wahrzunehmen, zu fühlen und inne zu halten. Dich weder zurück zu ziehen, noch in Aktion zu gehen.
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Stattdessen
Dich anderen Zumuten.
Dir erlauben Deine Wut zu spüren, Angst und Enttäuschung wahrzunehmen.
All das beobachten. Dich dafür nicht verurteilen, aber auch nicht besser werden zu müssen, Dich nicht selbstoptimieren wollen.
Dir selbst gegenüber weich und zugewandt bleiben, die Gefühle ernst nehmen, das zu kurz gekommene Kind in Dir wahrnehmen und schauen was jetzt zur Situation passt.
Was wäre jetzt ein Verhalten eines Erwachsenen?
Ruhig und entspannt klar stellen was nicht gehört worden ist.
Nachfragen wo etwas offen geblieben ist.
Wenn Du etwas lernen kannst, prima.
Das alles ist losgehen, mutig sein, etwas anders zu machen. Alte Wege verlassen und Neuland betreten, von dem Du nicht weißt was Dich erwartet.
Leben und lebendig sein ist die Erfahrung die auf Dich wartet.
